Zum 19. Sonntag im Jahreskreis 09.08.2020

Liebe Gemeinde, liebe Freunde !
 
Meditation von Padre Peter Seibt von unserer kath-Schwestergemeinde San Jose, z
um 19. Sonntag im Jahreskreis 09.08.2020
 

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Mitlieder der deutschsprachigen Gemeinden in Peru!


Das Evangelium vom Sonntag in der kath. Kirche ist die Fortsetzung nach Geschichte von der Brotvermehrung (Mt 14, 22-33) Jesus schickt seine Jünger mit dem Boot voraus. Es selber will später nachkommen. Die Jünger gerade bei ihrer Fahrt in starke Gegenwinde. Sie werden von den Winden hin und hergeworfen. Mitten in der Nacht kommt Jesus auf dem See gehend auf sie zu. Die Jünger meinen zunächst ein Gespenst zu sehen und schreien vor Furcht. Jesus aber sagt ihnen das hoffnungsvolle Wort zu: „Habt Vertrauen, ich bin es, fürchtet euch nicht!“
Ich möchte nicht auf den weiteren Verlauf der Geschichte eingehen, wie Petrus auf dem Wasser auf Jesus zugeht. Mich hat diese Geschichte vom Sturm auf dem See Genesareth an ein Wort erinnert, das ich von einem Bischof aus dem Vatikan (Ich weiß seinen Namen nicht mehr) gehört habe. Es haben wohl noch andere gesagt, u. a. auch ein evangelischer Kirchenrat. Es lautet: Wir sind im gleichen Sturm, aber nicht im gleichen Boot. Das stimmt! Schon wenn wir die Situation bei uns in Peru ansehen, dann merken wir, dass wir uns in einem anderen Boot befinden, wie die Leute in vielen Ländern Europas.
Das wurde mir nochmals deutlich, als ich die Bilder von den Anticorona- Demonstrationen in Deutschland sah, bei denen von Coronadiktatur geredet wurde. Wenn ich das Bild von den Booten beibehalten will, dann habe ich das Gefühl, da sind einige auf einem großen Luxusdampfer unterwegs, der auch durch den Sturm CoVid19 ein bisschen ins Schwanken geraten ist. Die regen sich nun auf, dass es kein Selbstbe-dienungsbuffet mehr gibt, sondern das die Speisen nur noch direkt am Tisch mit Einschränkungen serviert werden können. Dagegen sind viele in dieser Krise in kleinen Nussschalen unterwegs wie die Jünger damals.

Sie kämpfen gegen die Wellen, sie kämpfen gegen den Sturm, immer in der großen Angst darin unterzugehen sei es durch die Krankheit, sei es durch den Hunger, der viele in den armen Ländern bedroht. Und wahrscheinlich sind wir alle auf ganz verschiedenen Booten unterwegs, manche auf größeren und sicheren, viele aber auch auf ganz kleinen Booten, immer in der Gefahr mit denen ganz schnell unterzugehen.
Jesus ist damals auf die Jünger in ihrer kleinen Nussschale zugegangen, in der sie auch Angst hatten unterzugehen. Denn der See Genesareth ist nicht ungefährlich. Da gibt es gefährliche Fallwinde, die vielen Fischer den Tod brachten.
Jesus sagt seinen Jünger in ihrer Angst zu: „Habt Vertrauen, ich bin es, fürchtet euch nicht!“ Und das sagt er auch uns zu, denn diese Pandemie ist wie Sturm, in dem wir uns alle befinden. Diese frohe Botschaft gilt es auch weiterzusagen. Das tun wir als dt.- sprechende Pfarrei auch. Auch diese Woche konnten wir wieder 90 Lebensmittelpakete verteilen. Es ist ein kleines handgreifliches Zeichen unserer Gemeinde an die vielen Notleidenden, dass Jesus auch ihnen beisteht, ihnen die auf ihren kleinen Nussschalen ihres Lebens gerade in diesem großen Sturm gewaltig hin- und hergeworfen werden.
Deshalb an alle, die uns unterstützen durch ihre Spenden, ein herzliches Dankeschön. Gerade sie ermöglichen dieses Zeichen der Liebe und Hoffnung. Sie ermöglich, dass Menschen spüren können, dass Jesus auch ihnen zusagt: „Habt Vertrauen, ich bin bei euch, fürchtet euch nicht!“

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag und alles Gute für die kommende Woche. Gleichzeitig darf ich sie nochmals darauf hinweisen, dass wir am Sonntag um 11 Uhr die Hl. Messe aus San Jose in deutscher Sprache übertragen werden.
Herzliche Grüße

Peter Seibt, Pfarrer San José Miraflores.