Zu Christi Himmelfahrt

Liebe Gemeinde, liebe Freunde !

Zeilen von Padre Peter Seibt von unserer kath-Schwestergemeinde San Jose, zu Christi Himmelfahrt:


Liebe Leserinnen und Leser,
das Christi- Himmelfahrts- Fest wird in meiner Heimat, der Südwestecke Deutschlands, meist mit Flurprozessionen oder Feldgottesdiensten begangen. Die Feiern an diesem Tag werden ins Freie verlegt, um Gott in der Natur zu preisen und ihn um gutes Wachstum und Gedeihen für die Früchte der Erde zu bitten. In den letzten Jahren hat sich die Bitte um eine gelingende Ernte aber erweitert. Die Sorge um die Erhaltung der Natur wurde mehr in den Vorder-grund gestellt, da doch vielen Christen deutlich wurde, dass wir Gott nicht nur um eine gute Ernte bitten können. Unser Dank für Gottes gute Schöpfung muss sich auch darin zeigen, dass wir verantwortlich mit unserer Umwelt umgehen. Ein Lesungstext, der während Flurprozession vorgeschlagen ist, aus dem ersten Schöpfungsbericht entnommen. (Gen1,1.26-31) Dort heißt es, dass der Mensch, sich die Erde unterwerfen soll und über Tiere und Pflanzen herrschen soll. Lange wurde das so verstanden, als dürfe der Mensch wie ein Gewaltherrscher, die Welt ausbeuten ohne Rücksicht auf Verluste. Aber es heißt da auch, dass Gott den Menschen als sein Abbild geschaffen hat. Deswegen müssen wir uns Mensch auch an dem orientieren, nach dessen Abbild wir geschaffen sind. Und Gott schenkt uns doch eine so gut eingerichtete Natur. Deswegen sollen wir die doch auch erhalten, wie er es tut. Er hat uns die Welt anvertraut, geben sie ihm doch so zurück, wie er sie uns anvertraut hat. Das heißt für mich, dass wir so beschützen und bewahren, dass auch zukünftige Generationen auf ihr gut leben können. Denn auch ihnen begegnen wir Gott.
Das Christi- Himmelfahrts- Fest lädt uns nämlich auch ein, uns den Realitäten dieser Welt zustellen. Die Engel sagen zu den Jüngern, die ganz gebannt in den Himmel schauen: „Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch fort in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen!“ (APG 1, 11) Und ich ergänze: Und jetzt seid ihr gefordert, die Frohe Botschaft, dass Gott diese Welt liebt allen zu verkünden und mit Leben zu füllen.  
Papst Franziskus hat das wohl sehr gut verstanden, deswegen hat er mit der Enzyklika Laudato Si und der Amazonas-synode auch Meilensteine gesetzt, mit denen er die Christen auffordert, sich dafür einzusetzen, dass unser Planet nicht gnadenlos ausgebeutet wird, sondern in seiner Schönheit erhalten bleibt, zum Wohle aller Menschen, vor allem auch der Armen und Schwächsten. Ich hoffe nur, dass diese Coronakrise uns da zum Umdenken bringt. Sie hat uns die Machtlosigkeit von uns Menschen gezeigt, die wir doch meinten, alles im Griff zu haben. Und es gibt durchaus ernstzunehmende Studien, die diese Pandemie mit unserem Lebensstil und der Zerstörung der Umwelt in Verbin-dung bringen. Bitten wir in diesen Tagen vor Pfingsten darum, dass wir Menschen die richtigen Schlüsse aus dieser Krise ziehen und nicht nach ihr wieder tun, als wäre nichts geschehen.
Nun wurde leider die Ausgangssperre bis zum 30 Juni verlängert. Das ist schon eine lange Zeit und immer schwerer zu ertragen, auch wenn man das wegen der steigenden Zahlen der Erkrankten verstehen kann. Halten Sie durch!

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag. Und Gottes Segen für die Woche. Bleiben sie gesund! Es grüßt sie herzlich.

Peter Seibt, Pfarrer San Jose Miraflores.