Zum 15. Sonntag im Jahreskreis 12.07.2020

Liebe Gemeinde, liebe Freunde !
 
Zeilen von Padre Peter Seibt von unserer kath-Schwestergemeinde San Jose, z
um 15. Sonntag im Jahreskreis 12.07.2020

Liebe Leserinnen und Leser,

am Sonntag hören wir in der Messe das Gleichnis vom Sämann Mt 13, 1-23. Jesus selber deutet dieses Gleichnis, weil seine Jünger ihn nach dem Sinn der Gleichnisse fragen. Der Samen, den der Sämann sät, ist das Wort Gottes. Und da gibt es nun solche Menschen, die das Wort Gottes zwar hören, aber nicht verstehen und es dann wieder schnell beiseitelegen. Bei denen ist das Wort auf den Weg gefallen. Dann gibt es die, die das Wort zwar freudig aufnehmen, aber bei denen es keine Wurzeln schlagen kann, weil sie es sehr schnell wieder vergessen, besonders wenn sie herausgefordert werden das Wort im Leben umzusetzen. Denn das Wort Gottes fordert heraus, sich auch dazu zu bekennen, dass man Christ ist. Das ist aber heute oft nicht opportun. Da wird man schnell belächelt und schräg angeschaut. Deswegen gibt es solche Leute, die mit dem Wort Jesu nichts mehr zu tun haben wollen. Bei denen ist das Wort auf Felsen gefallen. Und dann gibt es auch die, die vor lauter Sorgen, das Wort Gottes gar nicht erst wahrnehmen. Oder die, denen Reichtum und Karriere wichtiger ist. Sie haben keine Zeit sich auf das Wort Gottes einzulassen und ersticken es im Keime. Bei denen ist es unter die Dornen gefallen. Auf guten und fruchtbaren Boden ist es bei dem gesät, der das Wort Gottes hört und es auch versteht und es bei diesem Menschen, dann auch Frucht bringt.
Aber was ist damit gemeint, das Wort Gottes hören und verstehen? Hören ist noch klar. Aber wie versteht man das Wort Gottes richtig? Ich glaube es geht hier nicht bloß um ein kognitives Verstehen, dass ich weiß, was damit exakt gemeint ist. Ich würde das eher als ein Verstehen mit dem Herzen beschreiben. Damit meine ich, dass das Wort Gottes in meinem Herzen lebendig ist. Da möchte ich ein paar Beispiele aus meinem persönlichen Leben geben. Wenn bei mir Angst oder Furcht aufkommt, dann kommt bei mir oft das Wort hoch, dass in der Bibel so oft Gott den Menschen zugesagt hat: „Fürchte dich nicht!“ Oder wenn ich einem Menschen in Not helfe, dass ich das im Bewusstsein tue: „Alles was ihr dem geringsten meiner Brüder oder Schwestern getan habt, dass habt ihr mir getan!“ Oder auch, wenn ich das Wort Jesus im Ohr habe: „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe“. Das gibt mir die Zusage, dass er mich liebt und fordert mich dann heraus, dem anderen in Liebe zu begegnen gerade dann, wenn es mir nicht danach ist.
Deswegen halte ich es für wichtig, dass wir uns die Bibel vor allem aber auch die Evangelien bzw. das Neue Testament immer wieder hören bzw. lesen. Da neigen wir dazu, abzuschalten, weil wir diese Texte schon x- Mal gehört oder gelesen haben. Aber die Bibel ist kein Roman. Es ist ein Buch, das meditiert werden will, d. h. man muss sie immer wieder lesen und ihre Worte ins Herz fallen lassen, damit sie mich und mein Leben prägen. Denn dann bringt das Wort auch Frucht, hundertfach, sechzigfach oder dreißigfach.

Ich wünschen einen schönen Sonntag und alles Gute für die kommende Woche

Herzliche Grüße
Peter Seibt, Pfarrer San Jose Miraflores .