Kar-Impuls 7 - OSTERN

Oster-Impuls plus keiner Hausgottesdienst – „Wahrhaftig!“

 Die Karwoche liegt hinter uns. Wir feiern Ostern!
Ich hoffe, dass die kleinen Ermutigungen, Anregungen und Lesevorschläge Sie/Dich während der Karwoche in guter Weise begleitet haben.  

Ihr/Euer Pastor Hans-Jürgen Hoeppke


Oster-Impuls plus kleiner Hausgottesdienst: „Wahrhaftig!“

„Der Herr ist auferstanden!“
Das ist der der uralte Osterruf. Wo kommt er her? Direkt aus einer anderen Welt.
Denn es sind die Engel, die es den überraschten, verwirrten, erstaunten und verängstigten Frauen sagen:

5 »Warum sucht ihr den Lebenden bei den Toten?«, fragten die Männer.
6 »Er ist nicht mehr hier. Er ist auferstanden!« (Lukasevangelium, Kapitel 24, Verse 5-6)

Aus diesem Hinweis wurde der Osterruf, der seit Jahrtausenden am Ostersonntag weltweit in Kirchen erschallt.
Der Liturg ruft: Der Herr ist auferstanden!
Die Gemeinde antwortet: Er ist wahrhaftig auferstanden!

An diesem besonderen Ostersonntag in Zeiten von Corona feiern wir keinen Ostergottesdienst. Gerne wäre ich bei Euch, um genau das mit Euch zu tun, um Euch zu sehen, zu sprechen, persönlich nachzufragen, wie es geht. Doch das geht nun nicht.

Daher eine andere Idee: Wie wäre es, an diesem Ostersonntag, den Osterruf in den ganzen Tag einbauen. Als Ersatz für das übliche Buenas Dias oder Guten Tag. Immer, wenn Ihr einander im Haus oder in der Wohnung begegnet, sagt der eine: Der Herr ist auferstanden! Und die andere antwortet: Er ist wahrhaftig auferstanden!
Und wer wegen der Ausgangsperre bzw. des Kontaktverbotes ganz allein zu Haus sein muss, der rufe die Familie an und beginne das Gespräch nicht mit Frohe Ostern!, sondern mit: „Der Herr ist auferstanden!“

Auferstehung!
Mitten im Tod, mitten im Kreuz, mitten in Coronazeiten strahlt eine völlig neue Welt der Hoffnung über uns auf.
Mitten im Tod durchkreuzt Jesus am Kreuz den scheinbaren Sieg des Todes. ER bringt den Tod um. ER siegt. ER hält das Leben in der Hand und reicht uns seine siegreiche Hand, um uns hineinzuführen ins Leben.

Genau das ist die uralte frohe Botschaft von der Auferstehung. Eine Botschaft von solch unglaublicher Wucht und tiefer Kraft, das sie die Frauen damals am Grab völlig überwältigt und die Jünger von Jesus – typisch Mann – tagelang ihre Zweifel hegen lässt.
Eine uralte Botschaft, die heute in Zeiten von Corona die eine Hoffnung ist, die wir haben.
Eine Botschaft, die jeder Mensch, egal ob er glaubt oder nicht glaubt, hören darf und soll: JESUS LEBT und Du kannst mit ihm leben. Vertraue ihm!

Ostern ist Vertrauenssache. Doch die überwältigende Anzahl von Zeugen (vgl. 1. Korintherbrief, Kapitel 15, Verse 3-9), die es gab, sind nur ein Grund für mich, warum es wahrhaftig wahr ist: Jesus ist auferstanden!

Mein Leben hat ein Ziel. Die Welt hat ein Ziel. Wir haben ein Ziel. Ostern verändert alles. Ich bin dankbar.

Ostern macht wahr, was war, was ist und was sein wird.

Was meine ich?

Ostern macht wahr, was war:
Der Apostel Paulus bringt es auf den Punkt:
19 Gott ist durch Christus selbst in diese Welt gekommen und hat Frieden mit ihr geschlossen, indem er den Menschen ihre Sünden nicht länger anrechnet. …
21 Denn Gott hat Christus, der ohne jede Sünde war, mit all unserer Schuld beladen und verurteilt, damit wir freigesprochen sind und vor ihm bestehen können. (2. Korintherbrief, Kapitel 5, Verse 19 und 21)

Die Auferstehung von Jesus ist Gottes Bestätigung dafür, dass Jesus wahrhaftig sein Sohn ist. Sein Heilen, Predigen, Leben, Lieben und Vergeben, sind echt und wahrhaftig. Genau das wird im Rückblick den Freunden von Jesus nun deutlich.
Ostern macht wahr, was war. Wahrhaftig!

Ostern macht wahr, was ist:
Die Auferstehung ist der eigentliche Kern des christlichen Glaubens. Ohne die historische Tatsache der Auferstehung wäre alles ein unglaublicher Mythos.
Doch weil Jesus auferstanden ist, lebt er nicht einfach in der Fantasie seiner Nachfolger, sondern wirklich und im Hier und Heute. Deshalb sind wir nicht allein; auch nicht in Zeiten von Corona. ER hat es selbst gesagt:
„Ich bin bei Euch an jedem Tag bis an das Ende der Welt.“ (Matthäusevangelium, Kapitel 28, Vers 20) – Wahrhaftig!

Ostern macht wahr, was kommt:
Die Auferstehung von Jesus ist die Bestätigung unserer Zukunft. Jesus nach der Kreuzigung nicht einfach gesund gepflegt worden. Die Brutalität einer römischen Kreuzigung konnte niemand überleben. Keine fake news. Jesus starb am Kreuz.
Jesus ist auch nicht scheintot gewesen, um danach weiter zu leben und irgendwann zu sterben. Jesus starb am Kreuz.
Nein, Jesu Auferstehung war die erste Auferstehung von vielen. Am Ende Zeiten wird Jesus wiederkommen, so wie es Christen im Glaubensbekenntnis jeden Sonntag und erst recht zu Ostern im Gottesdienst bekennen. Er kommt zur Auferstehung der Toten und zum Gericht. Die, die sich in ihrem Leben zu ihm wenden und ihm nachfolgen, werden in Ewigkeit mit ihm leben. Leben pur in einem neuen Himmel und einer neuen Erde (vgl. Offenbarung des Johannes, Kapitel 21). Das ist die wunderbare Hoffnung von Christen. – Wahrhaftig!

Doch wenn durch die Auferstehung von Jesus allem, was Jesus getan hat, allem was Jesus jetzt unter uns tut, und allem, was durch Jesus kommen wird, der Stempel der Wahrhaftigkeit aufgedrückt wird, was dann?
Was heißt das an diesem Osterfest für uns und alle Menschen?

Nicht mehr, als das, was schon immer galt: Kommt zu diesem Herrn! Kommt zu Jesus!
Wer dem gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus vertraut, der kann nur einladen zu ihm, zum Leben selbst.

Wie wäre es, heute in den Familien zu Hause einen besonderen Kleingruppengottesdienst zu feiern?
Einen Kleingruppengottesdienst mit einfacher Liturgie.

Der geht so:
1. Lest das Evangelium unten ebenso wie den Text aus dem 1. Korintherbrief unten. Zeit: – Zeit: 5 Minuten.
2. Teilt Euch in zwei Gruppen auf, bei Ehepartnern bildet natürlich jeder eine „Gruppe“ und Alleinstehende nehmen sich bitte ein Blatt mit rechts Proargumenten und links Contra-Argumenten.
3. Eine „Gruppe“ sammelt Argumente für die Auferstehung von Jesus, die andere „Gruppe“ dagegen. – Zeit: 10 Minuten
4. Tauscht Euch aus und wenn Du allein bist, wäge die aufgeschriebenen Argumente/Zweifel ab. – Zeit: 20 Minuten.
5. Betet das Gebet (siehe unten) und betet jeder der mag darüber hinaus laut, was ihm auf dem Herzen liegt. Schließt mit einem gemeinsamen Vater unser,… – Zeit: solange ihr braucht.
6. Singt miteinander das Lied im Video-Link (siehe unten)

Und dann feiert Ostern so, wie es gerade an Eurem/Deinem Ort geht und passt.

Frohe Ostern! Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!
Ihr/Euer Pastor Hans-Jürgen Hoeppke




Hier der link zum Lied-Video: Er ist erstanden! Halleluja!  
https://www.youtube.com/watch?v=k9rogHHEifQ
Musik durch Posaunenchor aus Bielefeld-Brake, der in Corona-Zeiten von zu Hause aus spielt. Danke!

TEXT dazu zum Mitsingen im Evangelischen Kirchengesangbuch eg Nr. 116 und unten:
Text: Ulrich S.Leupold nach dem Suaheli-Lied Mfurahini, Halleluya von Berhard Kyamanywa 1966

Er ist erstanden  

1. Er ist erstanden, Halleluja!
Freut euch und singet, Halleluja!
Denn unser Heiland hat triumphiert,
all' seine Feind' gefangen er führt.

Refrain:
Lasst uns lobsingen vor unserem Gott,
der uns erlöst hat vom ewigen Tod.
Sünd' ist vergeben, Halleluja!
Jesus bringt Leben. Halleluja!

2. Er war begraben drei Tage lang.
Ihm sei auf ewig Lob, Preis und Dank;
denn die Gewalt des Tod's ist zerstört;
selig ist, wer zu Jesus gehört.
– Refrain –

3. Der Engel sagte: "Fürchtet euch nicht!
Ihr suchet Jesus, hier ist er nicht.
Sehet, das Grab ist leer, wo er lag:
er ist erstanden, wie er gesagt."
– Refrain –

4. Geht und verkündigt, dass Jesus lebt,
darüber freu' sich alles, was lebt.
Was Gott geboten, ist nun vollbracht:
Christ hat das Leben wiedergebracht."
– Refrain –

5. Er ist erstanden, hat uns befreit;
dafür sei Dank und Lob allezeit.
Uns kann nicht schaden Sünd' oder Tod,
Christus versöhnt uns mit unserm Gott.
– Refrain –



ZUM NACHDENKEN
• Was bedeutet mir die Auferstehung von Jesus für mich?


ZUM BETEN (allein oder in der Familie. Jemand beginnt und leitet durch das Gebet:)

(Einer/Eine:)
Herr, ich freue mich, dass Du alles wahr gemacht hast. Du bist nicht im Tod geblieben. Du bist auferstanden. Ich lobe Dich und bitte Dich, hilf uns, was wir nicht verstehen können, staunend zu sehen und anzubeten: Deine Auferstehung.
Wir bitten Dich heute für die vielen einsamen Menschen, die allein zu Hause bleiben müssen, allein in Altenheimen sind, allein in Krankenzimmern liegen: Tröste sie.
Wir bitten Dich für die Sterbenden: Stehe selbst an ihrer Seite.
Wir bitten Dich für die unser Land: Schenke Du, dass wir die Krise gut überstehen. Hilf den Politkern und allen, die dies Land wie auch immer leiten, zu weisen und guten Entscheidungen.
Nun bitten wir Dich in der Stille für alles, was uns auf dem Herzen liegt…
(ein Augenblick der Stille)

Herr, wir möchten unser Lob gemeinsam vor Dich bringen. Jeder, der mag, spricht nun einen einen Satz des Gebetes laut oder betet still mit, während andere es laut tun.
(Zeit für eine Gebetsgemeinschaft)

(Am Ende der Gebetsgemeinschaft spricht der Leitende:)
Herr, wir loben den Vater im Himmel und Dich als den auferstandenen Herrn mit den Worten, die Du uns zu beten gelehrt hast und sprechen gemeinsam:
(alle gemeinsam)
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.


ZUM LESEN
Evangeliumslesung aus dem Lukasevangelium, Kapitel 24, Verse 1-12

Jesus lebt
1 Ganz früh am Sonntagmorgen, dem ersten Tag der neuen Woche, nahmen die Frauen die wohlriechenden Öle mit, die sie zubereitet hatten, und gingen zum Grab.
2 Dort angekommen sahen sie, dass der Stein, mit dem man es verschlossen hatte, zur Seite gerollt war.
3 Als sie die Grabkammer betraten, fanden sie den Leichnam von Jesus, dem Herrn, nicht.
4 Verwundert überlegten sie, was das alles zu bedeuten hatte. Plötzlich traten zwei Männer in glänzend weißen Kleidern zu ihnen.
5 Die Frauen erschraken und wagten nicht, die beiden anzusehen. »Warum sucht ihr den Lebenden bei den Toten?«, fragten die Männer.
6 »Er ist nicht mehr hier. Er ist auferstanden! Denkt doch daran, was er euch damals in Galiläa gesagt hat:
7 ›Der Menschensohn muss den gottlosen Menschen ausgeliefert werden. Sie werden ihn kreuzigen, aber am dritten Tag wird er von den Toten auferstehen.‹«
8 Da erinnerten sich die Frauen an diese Worte von Jesus.
9 Sie liefen vom Grab in die Stadt zurück, um den elf Aposteln und den anderen Jüngern zu berichten, was sie erlebt hatten.
10 Zu diesen Frauen gehörten Maria aus Magdala, Johanna, Maria, die Mutter von Jakobus, und noch etliche andere.
11 Aber die Apostel hielten ihren Bericht für leeres Gerede und glaubten den Frauen kein Wort.
12 Doch Petrus sprang auf und lief zum Grab. Als er hineinschaute, sah er außer den Leinentüchern nichts. Verwundert ging er in die Stadt zurück.


Brieflesung aus dem 1. Korintherbrief, Kapitel 15, Verse 1-20 

Christus ist auferstanden
Liebe Brüder und Schwestern! Ich möchte euch an die rettende Botschaft erinnern, die ich euch verkündet habe. Ihr habt sie angenommen und darauf euer Leben gegründet.
2 Durch diese Botschaft werdet ihr gerettet, vorausgesetzt, ihr bewahrt sie genau so, wie ich sie euch überliefert habe. Sonst glaubt ihr vergeblich und erreicht das Ziel nicht.
3 Zuerst habe ich euch weitergegeben, was ich selbst empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben. Das ist das Wichtigste, und so steht es schon in der Heiligen Schrift.
4 Er wurde begraben und am dritten Tag vom Tod auferweckt, wie es in der Heiligen Schrift vorausgesagt ist.
5 Er hat sich zuerst Petrus gezeigt und später allen aus dem engsten Kreis der Jünger.
6 Dann haben ihn mehr als fünfhundert Brüder und Schwestern zur gleichen Zeit gesehen, von denen die meisten heute noch leben; einige sind inzwischen gestorben.
7 Später ist er Jakobus und schließlich allen Aposteln erschienen.
8 Zuletzt hat er sich auch mir gezeigt, der ich es am wenigsten verdient hatte.
9 Ich bin der unbedeutendste unter den Aposteln und eigentlich nicht wert, Apostel genannt zu werden; denn ich habe die Gemeinde Gottes verfolgt.
10 Alles, was ich jetzt bin, bin ich allein durch Gottes Gnade. Und seine Gnade hat er mir nicht vergeblich geschenkt. Ich habe mich mehr als alle anderen Apostel eingesetzt, aber was ich erreicht habe, war nicht meine eigene Leistung, sondern Gott selbst hat das alles in seiner Gnade bewirkt.
11 Doch ganz gleich ob die anderen Apostel oder ich: Wir alle haben diese eine rettende Botschaft verkündet, und durch sie habt ihr zum Glauben gefunden.

Auch wir werden auferstehen
12 Wir verkünden alle übereinstimmend, dass Gott Christus von den Toten auferweckt hat. Wie können da einige von euch behaupten: »Eine Auferstehung der Toten gibt es nicht!«?
13 Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, dann kann ja auch Christus nicht auferstanden sein.
14 Wäre aber Christus nicht auferstanden, so hätte unsere ganze Predigt keinen Sinn, und euer Glaube hätte keine Grundlage.
15 Mit Recht könnte man uns dann vorwerfen, wir seien Lügner und keine Zeugen Gottes. Denn wir behaupten doch: Gott hat Christus auferweckt. Das kann ja gar nicht stimmen, wenn die Toten nicht auferstehen!
16 Wie schon gesagt, wenn die Toten nicht auferweckt werden, dann ist auch Christus nicht auferstanden.
17 Wenn aber Christus nicht von den Toten auferweckt wurde, ist euer Glaube nichts als Selbstbetrug, und ihr seid auch von eurer Schuld nicht frei.
18 Ebenso wären auch alle verloren, die im Glauben an Christus gestorben sind.
19 Wenn der Glaube an Christus uns nur für dieses Leben Hoffnung gibt, sind wir die bedauernswertesten unter allen Menschen.
20 Tatsächlich aber ist Christus als Erster von den Toten auferstanden. So können wir sicher sein, dass auch die übrigen Toten auferweckt werden.
21 Der Tod ist durch die Schuld eines einzigen Menschen in die Welt gekommen. Ebenso kommt auch durch einen Einzigen die Auferstehung.

Ihr/Euer Pastor Hans-Jürgen Hoeppke