„Auf dem Weg nach Ostern“ - Etappe 12: Verblendung

Auf dem Weg nach Ostern
 
23. März 2021 – VERBLENDUNG
Pastor Hans-Jürgen Hoeppke


17. »Du sprichst: Ich bin reich und habe mehr als genug und brauche nichts!, und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß.

18. Ich rate dir, dass du Gold von mir kaufst, das im Feuer geläutert ist, damit du reich werdest, und weiße Kleider, damit du sie anziehst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde, und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du sehen mögest.« - Offenbarung 3,17-18

 

 
Das letzte Buch der Bibel ist spannend. Es beginnt mit einer Reihe von Briefen an verschiedene Gemeinden, die kurz nach Jesu Kreuzigung und Auferstehung gegründet wurden. Nach einigen Jahrzehnten hatten sich fast alle ihr Gemeindeleben bequem eingerichtet. Doch jede Gemeinde war unterschiedlich und alle hatten ihre Probleme.
 
Zu einer dieser Gemeinden wird gesagt, dass sie eigentlich gar keine Gemeinde ist. Warum?
Sie war reich und bequem geworden. Sie kümmerte sich um sich selbst und ihr Geld. Sie verwaltete es ordentlich; sie vermehrte es. Doch sie klebte an ihrem Geld wie die Fliege am Honig und war gleichzeitig voller Angst, es zu verlieren. Sie kam einfach nicht mehr los vom Stichwort Finanzen. So begann der Gedanke an das Geld Gott zu verdrängen.
Und im Hintergrund verkümmerte der Glaube an Jesus. Er war schnell zu einer äußerlichen Gewohnheit geworden. Das Kümmern um die Armen wurde geflissentlich übersehen.
Doch das alles sahen die Menschen in der Gemeinde nicht. Sie konnten es auch nicht sehen. Es konnte ihnen nicht klar werden. Denn sie waren geistlich sozusagen „augenkrank“ und lebten in dem Bewusstsein, alles richtig zu machen.
 
Wenn sie darauf angesprochen wurden, haben sie vielleicht gedacht oder auch gesagt sie: „Das kann man auch anders

 

sehen!“. Doch sie sahen nichts. Sie merkten nicht, dass sie geistlich blind geworden waren: Verblendung eben.
 
Jesus empfiehlt eine grundlegende Kur. Orientierung an ihm.
 
Dabei geht um ganzheitliches Gesundwerden. Es geht darum, mental gesund zu werden:
Ich erkenne, dass nicht der eigene Reichtum Bestand hat. Die Worte von Jesus sind das wirklich unvergängliche Gold; sie machen reich. Das befreit meinen Geist von Geldsorgen und Zukunftsangst.
 
Es geht um darum, seelisch und geistlich gesund zu werden: Nicht die eigene Selbstgerechtigkeit macht vor Gott rein, sondern Umkehr zu Gott. Gott selbst schenkt das. Es ist erfrischend neu und kühl wie ein weißer Baumwollstoff im heißen Sommer. Das „weiße Kleid der Gerechtigkeit“, von dem die Offenbarung spricht, kann ich mir eben nicht selbst schneidern. Es ist ein Geschenk. Meine Seele wird heil.
 
Es geht darum, leiblich gesund zu werden:
Auch wenn die „Augensalbe“, von der hier in der Offenbarung die Rede ist, eine geistliche Erfahrung ist, so ist damit doch eine konkrete Heilung gemeint. Eine Heilung ähnlich wie die, die Jesus an Menschen getan hat.
Die heilende „Augensalbe“ hat ganz konkrete leibliche Auswirkungen. Denn wer bei seinen Verblendungen bleibt,


verhärtet sich, muss sie verteidigen. Der Blutdruck steigt, die Sorgen führen in Krankheiten. Wer sich helfen lässt, seine falschen Überzeugungen zu sehen, dem wird es am Ende auch körperlich wieder gut gehen.
 
Es kommt darauf an, sehend zu werden und die Augen nicht vor der eigenen Blindheit zu verschließen. Das Ende der Verblendung geschieht durch eine neue Hinwendung zu Jesus.
 
Ist es nicht spannend, dass die Probleme vieler Gemeinden heute schon im ersten Jahrhundert existierten?
 
Auf seinem Weg nach Jerusalem, ans Kreuz und nach Ostern war Jesus wie ein Augenarzt für eine verblendete Welt.
Es ist gut, dass es bis heute ein Heilmittel gibt, eine kurierende „Augensalbe“ gegen unsere Verblendung: Auf Jesus zu sehen, seine Worte zu hören und zu tun.
 
Gebet:
Herr, öffne mir die Augen. Amen.
 

Zum Nachdenken:

In welcher Verblendung lebe ich?
Bin ich bereit, mir die Augen öffnen zu lassen?

 


 

Wie immer:
Falls Sie/Ihr ein Gespräch mit Pastor Hoeppke sucht, sendet einfach eine E-mail an die bekannten Kontaktdaten: pastor@ev-kirche-peru.org
 
Ich wünsche Euch/Ihnen eine gute, gesegnete und gesunde Woche,
Euer/Ihr Hans-Jürgen Hoeppke