„Auf dem Weg nach Ostern“ - Etappe 7: Falscher Friede

Auf dem Weg nach Ostern
 
17. März 2021 – FALSCHER FRIEDE
Pastor Hans-Jürgen Hoeppke

 
Jesus sagt:
34 »Meint nur nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Nein, ich bringe Kampf!
35 Ich werde Vater und Sohn, Mutter und Tochter, Schwiegertochter und Schwiegermutter gegeneinander aufbringen.
36 Die eigenen Angehörigen werden zu Feinden! 37 Wer seinen Vater oder seine Mutter, seinen Sohn oder seine Tochter mehr liebt als mich, der ist es nicht wert, mein Jünger zu sein.
38 Und wer nicht bereit ist, sein Kreuz auf sich zu nehmen und mir nachzufolgen, der kann nicht zu mir gehören.
39 Wer sich an sein Leben klammert, der wird es verlieren. Wer aber sein Leben für mich aufgibt, der wird es für immer gewinnen.« - Matthäus 10,34-39
 

Das Kommen von Jesus auf diese Erde hatte und hat nichts Friedliches. Es ist aufwühlend, aber auch überwältigend. Bin ich bereit, in das Königreich von Jesus Christus hineingeboren zu werden (vgl. Johannes 3,3)? Wenn ja, dann sollte ich darauf vorbereitet sein, dass Er mein eigenes kleines Königreich gehörig durcheinander rütteln wird. Die Festlegungen, die sich zwischen Gott und mir gebildet haben, müssen beseitigt werden. Jesus wird meine Sichtweise vollkommen durcheinander bringen und alles auf den Prüfstand stellen. Die alte Ordnung und der falsche Friede müssen weichen, denn auf den Wegen meiner gewohnten Lebensführung werde ich keinen Frieden finden.

Auf unserem Weg nach Ostern begegnen wir Jesus auf seinem Weg nach Ostern.  
Er geht mitten hinein in Situationen des Leides und des Lebens. Hinein in das Leid und in die Gottesferne, in die hohle Religiosität und die Starrheit ungerechter Strukturen. All das stößt auf die leidenschaftliche Liebe von Jesus zu den Menschen, die in ihrer Gottesferne, ihrer Religiosität und in kaputtmachenden Strukturen leben und darunter leiden. 
Eine durch und durch religiöse, aber im innersten von Gott abgewandte Gesellschaft und Welt, wird mit der Passion Jesu verwoben.
 
Und deshalb hält Jesus auch keine Wohlfühlseminare, er predigt keine Kuschelpredigten (vgl. Johannes 6,60).
Im Gegenteil:
Jesus bricht am laufenden Band Tabus (vgl. Lukas 9,59-60).
Jesus fordert ganzen Einsatz (Lukas 9,58).
Jesus lädt ein zu einer vollkommenen Umkehr und Lebenserneuerung (Matthäus 8,35 und Johannes 3,3).
Jesus sucht die Verlorenen, Armen und Hoffnungslosen (Markus 2,17), nicht die Selbstgerechten, Wohlhabenden und von sich Überzeugten (Lukas 18,9-14).
Jesus benennt deutlich Schuld und bietet gern Vergebung an (Johannes 4,16-19 und Johannes 8,11).
Jesus ruft die Halbherzigen und die Pseudofrommen zur Umkehr und weint über sie (vgl. Lukas 19,42).
Jesus entlarvt die Kirchenfürsten als Heuchler (Matthäus 23).
Jesus schmeißt die aus dem Tempel, die darin nur ein Gebäude für ihre Geschäfte sehen, aber Gott nicht lieben (vgl. Johannes 2,13-16)
 
Das neue Denken und Handeln, das für die Nachfolger von Jesus gilt, bringt die gewohnten Lebensstrukturen bis hinein in die Familienbande, gehörig durcheinander.
 
Bin ich bereit, selbst in der Familie Auseinandersetzungen um Jesu willen auf mich zu nehmen? Bin ich bereit, gegen den Mainstream der Meinungen, Medien und Empfindlichkeiten zu schwimmen?
Das Evangelium von Jesus stellt immer auch die Gesellschaft, die Kirche, die Gemeinde und mich selbst von Grund auf in Frage. Bin ich bereit, solche Fragen überhaupt zu hören?
 
Gebet:
Herr, öffne mich auch für unangenehme Fragen, die Deine Botschaft mir stellt. Mach mich bereit, daraus Konsequenzen zu ziehen. Vergib meine Hartherzigkeit. Hilf mir, dass ich mir nicht einen falschen Frieden einrede und Deinen Frieden auf ewig verpasse. Amen.

Zum Nachdenken:
Wo muss ich wachgerüttelt werden, um Frieden zu erlangen? Wo muss ich mich stören lassen, um die alte Ordnung zu überwinden? Welche falschen Sichtweisen müssen gestürzt werden?
 


 

Wie immer:
Falls Sie/Ihr ein Gespräch mit Pastor Hoeppke sucht, sendet einfach eine E-mail an die bekannten Kontaktdaten: pastor@ev-kirche-peru.org
 
Ich wünsche Euch/Ihnen eine gute, gesegnete und gesunde Woche,
Euer/Ihr Hans-Jürgen Hoeppke