Zum Weihnachtsfest 27.12.2020

Liebe Gemeinde, liebe Freunde!
 
Reflexion von Padre Peter Seibt von unserer kath.-Schwestergemeinde San Jos
e, zum Weihhachtsfest

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Mitlieder der deutschsprachigen Gemeinden in Peru! 

 


„Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr“. Was zunächst als eine Ankündigung aus fernen Zeiten erscheint, dass entpuppt sich bei intensiverer Meditation alles andere als ein Satz von Anno dazu Mals. Heute meint Heute. Heute und jetzt ist uns der Rettet geboren, der Messias des Herr. Deswegen hat der Mystiker Angelus Silesius schon im 17. Jahrhundert gesagt: „Wäre Jesus auch tausend Mal in Bethlehem geboren, aber nicht in deinem Herzen, wärst du verloren“.
Wenn wir nämlich bedenken, wie Jesus geboren wurde, dann können wir spüren, was Silesius meint. Jesus, der Sohn Gottes wurde in einer kleinen Höhle geboren, die auch als Stall benutzt wurde. Wer heute die Geburtskirche in Bethlehem besucht, kann ein Stück ermessen, an welch erbärmlichem Ort der Sohn Gottes geboren wurde. Allerdings muss er sich das schmückende Brimborium wegdenken, mit dem spätere Generationen diesen Ort geschmückt haben. An einem äußerst erbärmlichen Ort wurde Gott Mensch. Ein Ort, der viel erbärmlicher ist als viele Hütte in den Conos unserer Stadt. Ausgerechnet da kommt der Sohn Gottes zur Welt, ärmer geht es fast schon nicht mehr. Vielleicht haben wir uns die Realität der Geburt Jesu Christi in den letzten Jahrhunderten allzu schön gefeiert und ihren eigentlichen Charakter verdeckt, so wie die Geburtsgrotte heute mit feinstem Marmor aus gelegt und einem silbernen Stern überdeckt, so dass man erst auf den zweiten Blich sieht, welch elender Ort das war?
Aber wenn ich an die viele Kinder, die unter erbärmlichsten Umständen gerade auch in unserer Stadt heranwachsen, dann verstehe ich, welch groß Liebe Gott zu den Mensch hat. Wenn er in dieser Weise Mensch wird, dann zeigt er doch. Ich liebe euch Menschen wie ihr seid. Ich liebe jeden, ich liebe auch die, die am Rande leben, denn ich bin einer von ihnen geworden.
Deswegen fordert uns das Weihnachtsfest mit allen Menschen solidarisch zu sein, weil Gott mit uns Menschen solidarisch geworden ist. Papst Franziskus hat im Oktober eine Enzyklika mit dem Namen „Fratelli tutti“ (Alle sind Brüder/ Geschwister). Darin fordert er nicht nur die Christen, sondern alle Menschen guten Willens auf, dass sie sich als Brüder und Schwestern verstehen und entsprechend handeln sollen. Und wie wird Lobgesang der Engel bei der Geburt Christi in der Lateinischen Sprache wiedergegeben: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen, die guten Willens sind“. Wenn alle Menschen guten Willens solidarisch handeln und gerade den Armen und Bedürftigen, egal unter welchen Nöten sie leiden, beistehen und ihnen ein besseres Leben ermöglichen, dann wird Frieden auf Erden herrschen und das gereicht dann zur wahren Ehre Gottes. Denn er ist der Vater aller Menschen und hat sie geschaffen, deswegen will er auch, dass es allen Menschen gut geht. Als Christen haben wir aber ein besonders starkes Zeichen, dieser Liebe Gottes zu uns Menschen. Wir haben Jesus Christus als unseren Retter und Messias, der uns gezeigt hat, wie groß die göttliche zu uns Menschen ist. Lassen wir auch diese Liebe in uns heute Mensch werden und werden wir allen Menschen zum Bruder oder zur Schwester.
 
Ich wünsche Ihnen ein frohe Weihnachten (Weihnachten wird nach kath. Tradition die ganze Woche bis zum 1. Januar gefeiert) und ein gesegnetes neues Jahr 2021

Ihr Peter Seibt, Pfarrer San Jose Miraflores